©2006 SPAV Büderich . Alle Rechte vorbehalten.


Vereinsziele und -Erfolge im Natur- und Landschaftsschutz

Die Arbeit für den Naturschutz unter besonderer Berücksichtigung des Gewässerschutzes ist eine Grundlage der Sportfischerei. Als Sportfreunde im   Sp. A .V. Büderich sind wir nicht nur dem Wettbewerb in der Fischerei und im Castingsport der Jugend verbunden. Uns Anglern ist das Bewusstsein zur Verantwortung für sämtliche Lebewesen im und am Gewässer selbstverständlich. Die Landschaftspflege und rücksichtsvolles Verhalten gegenüber allen Lebewesen in und am Wasser gehört dazu.

Beispiele erfolgreichen Handelns im Sinne des Naturschutzes und einer vernünftigen Landschaftsgestaltung sind die ehemals verödeten Baggerlöcher Sangsheide und Linnertzsee. Die einstigen Kiesgruben und ihre Ufer wurden vor Übernahme und Einzäunung durch den Sp.A.V. Büderich großenteils durch Bauschutt und wilde Müllentsorgung verfüllt.

 

    .... leider schwimmt Müll auch manchmal oben ,

    da entwickelt der Angler zwangsläufig andere Fangmethoden

 

Alte Fotos und neuere Fotos auf den Seiten dieser Festzeitschrift belegen, wie die Vereinsmitglieder wieder natürliche Lebensräume schafften, die heute zu Recht unter Landschaftsschutz stehen. Sie sind jetzt Lebensraum für viele Fischarten, Wasservögel und Wild. Durch die Renaturierung der Gewässer, den ausgewählten Besatz mit Jungfischen, die Schonung und Selektierung des Wildes und der Wasservögel im Umfeld, sowie die Anlage des Klein-Biotops in der Sangsheide entwickelten sich Refugien in denen sich verschiedenste Wildtiere und Insekten aufhalten und wohlfühlen.

Wir verstehen unter Naturschutz nicht den Schutz von einigen wenigen Tierarten, sondern den Schutz vielfältiger Lebensgemeinschaften, die der Landschaft angepasst sind ohne dass die gewünschten Tier- und Pflanzenarten sich gegenseitig verdrängen.

Zu dieser Entwicklung sind menschliche Eingriffe notwendig, denn ohne dem kann sich in unserer Industrielandschaft die Natur nicht organisch gesund entwickeln.
Deshalb haben wir uns die dahingehend gezielte Hege und Pflege auch durch schonende Eingriffe in den Tier- und Pflanzenbestand zur Aufgabe gemacht.

Unsere Seengebiete sind in dieser Hinsicht einzig den Sportfischern und ihren Gästen zur Betätigung vorbehalten. Wochenendtourismus zu den Seen soll sich nicht entwickeln. Die Petrijünger verteilen sich für ihren Sport an den weitläufigen Ufern in der Regel so, dass die Ruhe für die Tierwelt am See gewahrt und auch die ungestörte Tätigkeit und Erholung der einzelnen Angler gesichert bleibt.

Der Wildbestand in der Sangsheide ist vielfältig. Stille Beobachter sehen Bussarde, Reiher, grünfüßige Teichhühner, Fasane und abends auch den Waldkauz.
Vor allem im Spätherbst sammeln sich massenweise Blesshühner auf dem Wasser.
Damit die nicht überhand nehmen, müssen sie allerdings in der Jagdzeit zur Regulierung des Bestandes und Sicherung der Artenvielfalt zum Abschuss freigegeben werden.



Reges Treiben auch im Winter        Foto: Fritz Sommer

 

Seit den 80er Jahren fühlte sich von dem See und seinen Grünflächen ein Paar Kanadagänse angelockt, die auf der angelegten Insel brüteten. Ihre Nachkommen erscheinen auch jetzt noch in jedem Frühjahr wieder.

Im Frühjahr 2000 erschienen erstmals die hier seltenen Nilgänse. Ob sie ständig bleiben werden oder nur kurzfristig rasten, ist noch ungewiss.

Wenn im Winter, Frühling und Frühsommer die Deckung in den Feldern der Umgebung ihnen noch nicht ausreicht, zieht es immer wieder Rehe in das Schondickicht. Für diese Tiere ist der Zaun offenbar kein zu großes Hindernis.

Foto: Bharat Malde Januar 2004

..leider ließ dieser Rehbock nur seinen Spiegel ablichten..

 

Selbst ein Nutria wurde im letzten Winter auf dem Eis gesichtet. Von Füchsen und Mardertieren sieht man gelegentlich Losung und Spuren auf dem Uferpfad.

Viele unserer Mitglieder nutzen ihre Freizeit für die Pflege des Ufergeländes auch außerhalb der angesetzten Pflichtarbeitstage. Sie schneiden entsprechend ihren Möglichkeiten mal die wuchernden Brombeeren oder in den Uferpfad wachsende Büsche zurück, stechen lästige Herkulesstauden ab und bessern die Stege aus.

 

Sportfreund Manfred Niesen hat sich dem Pflanzen- und Tierschutz an allen Vereinsgewässern ganz besonders verschrieben. Als Gewässerwart sieht er es seit Jahrzehnten als seine persönliche Aufgabe an, unsere Seen nicht nur als Angelgewässer, sondern als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu schaffen und zu erhalten. Fast jeden Tag ist er auf dem Gelände, sorgt dafür, dass das kleine Teich-Biotop in der Schonung nicht austrocknet, beobachtet das Leben im und auf dem Wasser, hält den Bewuchs der Wiesen in Form und beseitigt lästig werdende Äste. Für Kleinlebewesen und Artenschutz in der Wiesenflora bleibt dabei immer eine Fläche mit Wildkräutern und Gräsern unangetastet.

Foto: Bharat Malde 1999

Jeder, der viel arbeitet, hat sich aber auch eine Pause verdient ......

 

Auch am Linnertzsee sind Gewässer und Ufergebiet innerhalb von 14 Jahren in einen sehr natürlich erscheinenden Zustand versetzt. Der Fischbestand ist ausgeglichen. Zander, Barsche, Hechte und zahlreiche Friedfische werden in dem bis zu 24 m tiefen See gefangen. Viele Vereinsmitglieder ziehen es vor, am Linnertzsee zu angeln. Die Fische sind dort offensichtlich noch hungriger als in Sangsheide.

Hans Bos, der sich als Arbeitswart für den Verein verpflichtete, sieht dort ebenfalls regelmäßig nach dem Rechten, schneidet Strauchwerk zurück, versucht die auch dort wuchernden Brombeeren auszurotten, baut neue Stege oder bessert Angelstege aus.

 

 

 

 Hans Bos und Sina

 

Der steigende Wasserspiegel im Linnertzsee machte es erforderlich, im letzen Jahr die kleine Insel, welche Zufluchtstätte und Nistplatz für zahlreiche Wasservögel ist, zu erhöhen. Drei Vereinskameraden mühten sich dazu schon monatelang und schleppten etliche Kubikmeter Lehm, schwere Gesteinsbrocken, Baumstämme und anderes Baumaterial auf einem eigens dafür gebauten Floß zur Insel, stockten sie damit um ca. 1 m auf und sicherten den Rand durch Pfähle und Weidengeflecht.


Grundsteinlegung durch Fritz Sommer ...........................

 


und Wiederaufbau ......     Foto: Volker Becker

 

Sowohl der Linnertzsee als auch die Sangsheide brauchen fast jährlich neuen Besatz mit Friedfischen, denn deren Feinde sind zahlreich. Hechte, Zander, Barsche, Fischreiher, Kormorane und natürlich auch die Angler dezimieren den Bestand. Natürlicher Nachwuchs kommt kaum hoch, denn für einige Arten sind die Seen dazu noch nicht geeignet und auch die vielen Wasservögel fordern ihren Tribut aus der Brut.

 

 

Bei der regelmäßigen Besetzung beider Gewässer wird darauf geachtet, dass sie nicht von einer Spezies zu Lasten anderer Fischarten überbelegt werden, denn wir Sportfischer sehen unsere Aufgabe auch darin, einen ausgeglichenen Fischbestand in den Seen zu erhalten.


 

 
Ende