Ein wahres Paradies
Joachim Alte (links) und Andreas Harmuth, Vorsitzende des Sportangelvereins Büderich 1934, erfreuen sich an der Idylle, die sich am Vereinssee Sangsheide versteckt hinter großen Bäumen bietet. Foto: kir
Büderich (kir). Wenn ich nicht mit den Vorsitzenden des Sportangelvereins Büderich 1934 genau hier am Broichweg verabredet wäre, hätte ich nicht vermutet, dass sich hinter einem schlichten Eisentor und dichtem Gebüsch ein Paradies für Mensch und Tier verbirgt. Doch kaum hat man den Weg zum Vereinsheim betreten, fällt der Blick auf gepflegte Blumen und Büsche, Rasen – und dahinter der See. Die Sonnenstrahlen zaubern Lichtreflexe auf das Wasser, es herrscht eine himmlische Ruhe (allerdings stört ab und zu ein Flugzeug im Landeanflug auf Düsseldorf diese Idylle). Joachim Alte, Vorsitzender des Sportangelvereins Büderich, und sein Stellvertreter Andreas Harmuth sind, in meinen Augen, erstaunlich jung für diesen Sport, hatte ich doch eher Pensionäre vermutet. „Ich komme aus Schleswig-Holstein, da ist alles rund ums Wasser angesagt“, verrät Alte seine Motivation. Harmuth hat schon als Junge bei seiner Oma in Holland geangelt. Karpfen, Schleie und Rotauge, Brasse, Hecht, Barsch und Wels können die rund 200 Vereinsangler im rund sechs Hektar großen See Sangsheide im Gebiet Eisenbrand fischen. „Wir haben schon einen 1,80 Meter großen Wels geangelt“, erzählt Alte, von Beruf Versicherungskaufmann. „Der schwerste Fisch in jüngster Zeit war ein 30 Pfund schwerer Karpfen“, ergänzt Harmuth, der seine Brötchen als Projektmanager in der Software-Industrie verdient. Sie sehen das Angeln als Ausgleich zu einem stressigen Beruf. „Oft gehe ich in der Mittagspause auch einfach nur um den See spazieren“, erzählt Alte.
Beide wissen, dass das Fischen erst am Ende des Angelsports steht. Hege und Pflege des Sees erfordern viel Arbeit, zumal „es kaum ein Hobby gibt, wo es mehr Vorschriften gibt“. Landschafts-, Wasser- und Tierschutz wollen beachtet werden. Angelstatistiken müssen eingereicht, Wasserproben genommen werden. Ehe zum ersten Mal die Leine ins Wasser geworfen werden darf, muss der Sportfischerprüfung abgelegt werden. „Dazu bieten wir jedes Jahr Kurse an“, erläutern Alte und Harmuth.
Früher hat der Verein oft an Wettkampffischen teilgenommen, auch im Ausland, aber inzwischen ist das aus Tierschutzgrünen verboten. Jetzt fischt der Verein, der zurzeit rund 200 Mitglieder hat, nur noch in eigenen Gewässern (1989 pachtet der Verein noch den Linnertzsee an der Broicherseite). „Jedes Vereinsmitglied muss fünf Arbeitsstunden im Jahr leisten, um das 13 Hektar große gepachtete Gelände zu pflegen, aber zum Glück gibt es einige, die viel mehr machen“, berichten die beiden.
Sorgen machen den Sportanglern die Kormorane, die gerne im klaren Wasser des Sees auf Beutejagd gehen. „Daher verstecken sich viele Fische tagsüber, was dazu führt, dass wir  des Nachts angeln müssen.“ Jeder Fisch, der gefangen wird, landet übrigens in der Pfanne, ein Zurückwerfen ist aus Tierschutzgründen nicht erlaubt. Auch nicht erlaubt ist das Schwimmen im See, obwohl oder eher weil die Wasserqualität so gut ist. „In NRW gibt es kein einziges natürliches stehendes Gewässer“, wissen die beiden. Die Sangsheide wurde schon vor über 60 Jahren ausgebaggert. Daher ist der Baumbestand alt und gewachsen.
Um den Nachwuchs zu fördern, gibt es eine Jugendgruppe im Verein. Ein Jugendwart  plant spezielle Projekte, um das Gruppengefühl, neben dem Spaß am Angeln, zu fördern.

 Info Wer sich für den Angelsport interessiert kann sich bei Joachim Alte unter 02150 / 911710 oder Andreas Harmuth unter 01520 / 9861997 informieren.